TRAGSCHRAUBER
Seit wann gibt es den Tragschrauber?

Wenn man diese Frage auf der Straße stellen würde, würden die meisten Menschen wahrscheinlich antworten, dass es den Tragschrauber gibt, seitdem Sean Connery ihn 1967 als James Bond in „Man lebt nur zweimal“ flog. Zwar handelte es sich bei dem auf den Namen „Little Nellie“ getauften Fluggerät tatsächlich um einen flugfähigen Tragschrauber, jedoch keineswegs um einen frühen oder gar den ersten Vertreter seiner Gattung. Die Geschichte des Tragschraubers begann tatsächlich Jahrzehnte davor…

Die Geburt des Tragschraubers

Erste Überlegungen für ein sicheres Fluggerät in der Art eines Tragschraubers stellte der Spanier Juan de la Cierva bereits 1920 an und ließ sich die Marke „Autogiro“ (sinngemäß „Selbstflügler“) eintragen und die Idee patentieren. Nach diversen Versuchen mit unterschiedlichen Prototypen konnte das Modell C.4 am 17. Januar 1923 seinen Jungfernflug antreten. Der Tragschrauber hatte das Licht der Welt erblickt und erste Höhenluft geschnuppert.

Immer beliebter bei Sport- und Hobbypiloten

Zwar wurde das Fluggerät im Zweiten Weltkrieg auch militärisch zu Aufklärungszwecken genutzt, aber sowohl in diesem Bereich als auch in der zivilen Luftfahrt schnell vom Hubschrauber überflügelt, der dem Tragschrauber in den 30er und 40er Jahren des letzten Jahrhunderts den Rang ablief. Doch allerspätestens mit seinem Auftritt bei James Bond begann sich dieses einzigartige Fluggerät bei Sport- und Hobbypiloten wachsender Beliebtheit zu erfreuen. Eine Entwicklung, die sich in den vergangenen Jahren fortgesetzt hat, sodass sich der Tragschrauber heute selbstbewusst neben seinen fliegerischen Brüdern und Schwestern behaupten kann.

Wie sicher ist ein Tragschrauber?

Klare Frage, klare Antwort: Ein Tragschrauber ist sehr sicher! Dass er über äußerst stabile Flugeigenschaften verfügt, auch ohne Motor gesteuert und gefahrlos fast überall gelandet werden kann, spricht ganz klar für die Sicherheit dieses Fluggeräts. Doch wie kommen diese Eigenschaften zustande?

Eigenstabilität durch Rotordrehung

Die Eigenstabilität des Tragschraubers, verursacht durch die Drehung des Rotors, ist einer seiner großen Vorteile. Man muss sich das Ganze wie bei einem Fahrrad vorstellen, dessen sich drehende Räder für eine stabile Lage sorgen – und mit dem der Fahrer bekanntermaßen so schnell nicht umkippt. Ebenso liegt der Tragschrauber stabil in der Luft, da sein Rotor sich beständig dreht. Deshalb lässt sich das Gerät selbst bei starkem Wind gut beherrschen.

Was unterscheidet den Trag- vom Hubschrauber?

Das Prinzip hört sich stark nach dem eines Hubschraubers an, doch es gibt Unterschiede: Im Gegensatz zum Hubschrauber verfügt ein Tragschrauber über einen passiven Rotor, der „nur“ durch den Fahrtwind von unten bewegt wird. Dieses Prinzip der Autoration kommt ebenfalls der Sicherheit zugute: Selbst bei einem Triebwerksausfall bleibt das Fluggerät stabil und lässt sich sicher landen. Nur beim Start wird der Rotor an den Motor angekoppelt und beim sogenannten Vorrotieren auf eine Drehzahl von 200 Umdrehungen pro Minute gebracht. Sobald eine ausreichende Geschwindigkeit erreicht ist, dreht sich der Rotor durch die Luft von unten selbst weiter.

Slow down – langsame Geschwindigkeiten sind kein Problem!

Ein Strömungsabriss (ein sogenannter „stall“), wie er bei Flächenflugzeugen auftreten kann, wenn eine Mindestgeschwindigkeit unterschritten wird, kann ebenfalls nicht passieren. Aus diesem Grunde sind überaus langsame Flüge (bis zu 30 Stundenkilometer) möglich, die beeindruckende Aussichten und einzigartige Fotografien erlauben. Keine Frage: Beim Tragschrauber handelt es sich um eines der sichersten Fluggeräte überhaupt, und rein statistisch gesehen ist die morgendliche Fahrt zur Arbeit deutlich gefährlicher!